Keuchhusten: Zu 75 Prozent trifft es Erwachsene
21. Jan 2011 - Gesundheits-Reporter.NET
Erwachsene leiden häufiger an Keuchhusten als Kinder. Eine Auswertung DAK-interner Daten für 2009 ergab, dass rund 8500 Versicherte mit Keuchhusten ärztlich behandelt wurden. Lediglich ein Viertel davon waren Kinder!
„Keuchhusten ist schon lange keine Kinderkrankheit mehr“, sagt Gesundheitsexpertin Dr. Christina Sewekow. „Viele Erwachsene vergessen, ihren Impfschutz aufzufrischen, und erkranken dann unerwartet. Das Schlimme ist, dass sie Kinder so leicht anstecken können.“
Oft lange unerkannt
Ausgelöst wird die Krankheit durch Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Ein kräftiges Niesen reicht aus, um Umstehende anzustecken. „Keuchhusten ist eine sehr hartnäckige Krankheit, die wochenlang andauern kann“, weiß Dr. Sewekow. Und: Oft wird sie nicht erkannt. „Viele vermuten zunächst eine starke Erkältung oder Grippe. Nach ein paar Tagen verschlimmert sich der Husten jedoch.“ Es kommt zu krampfartigen Hustenanfällen, die auch zum Erbrechen führen können. Das Gemeine: Besonders ansteckend ist die Krankheit, wenn anfangs die Symptome noch harmlos sind.
Impfung mildert Krankheitsverlauf
Experten empfehlen deshalb, regelmäßig den Impfschutz vom Hausarzt überprüfen zu lassen. „Die Grundimmunisierung erfolgt normalerweise in der Kindheit, danach muss sie aufgefrischt werden.“ Vollständig geschützt ist jedoch niemand: Dr. Sewekow weiter: „Trotz Impfung kann es zur Ansteckung kommen, doch ist der Verlauf der Krankheit dann nicht so schwer.“
Erkrankung für Babys lebensgefährlich
„Besonders gefährdet sind Babys“, warnt Dr. Sewekow. „Die Krankheit kann für Säuglinge sogar lebensbedrohlich sein. Denn der Impfschutz wirkt erst nach der dritten Impfung um den vierten Lebensmonat herum. Davor sind die Kleinen praktisch ohne Schutz.“ Deshalb ist es wichtig, dass alle, die Kontakt zu Babys haben, gegen Keuchhusten geimpft sind. Mit der vierten Impfung, um den ersten Geburtstag herum, ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Die erste Auffrischimpfung gibt es mit dem Schuleintritt, zwischen fünf und sechs Jahren, die zweite zwischen dem neunten und dem 17. Lebensjahr. Die nächste Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission dann einmalig mit der alle zehn Jahre fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphterie.
Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Mehr Informationen zum Thema unter www.dak.de/impfen. (News-Reporter.NET/um)









